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1 Abgrenzungen

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1.1 Basis Unterschiedliche Beteiligte, wie beispielsweise Produktionsteams, Linienverantwortliche und Top Management, werden eventuell eine andere Abgrenzung vornehmen, wenn es um die Betrachtung von “Effektivität” geht. Alle basieren jedoch auf den gleichen Daten! In der Literatur finden wir mehrere Versuche dies zu tun, leider sind diese nicht immer konsistent.

Obwohl diese Definition über die Abgrenzung von OEE hinausgeht, ist sie notwendig um ein klares Bild über diesen Sachverhalt, welcher dazu bestimmt ist, die verschiedenen OEE Kategorien zu definieren, zu bekommen.

OEE
1.2 Kurze Beschreibung der unterschiedlichen Abgrenzungen
1.2.1 OEE Solitaire OEE Solitaire ist nur in Situationen anwendbar, in welchen die betrachtete Anlage eine (technische) Verbindung zu einer anderen Anlage / einem anderen Prozess hat. Die Anlage muss folglich in eine Linie integriert sein. Die Effektivität einer solchen Anlage hängt teilweise von Faktoren wie Linien-Ausbalancierung und der Effektivität anderer Anlagen ab.

„Kein Input“ (Input-Speicher leer) und „Kein Output“ (Output-Speicher leer) sind die Exponenten solcher Einflüsse. In bestimmten Fällen wie z.B. bei Beteiligten in der Prozess- oder Verpackungsindustrie möchte man ggf. die Effektivität einer Anlagenkomponente unabhängig vom Rest des Prozesses wissen. Mit anderen Worten: Wie hoch wäre die Effektivität der Komponente, wenn sie Solitaire liefe, ohne Einschränkungen durch den Rest der Linie?

Zu diesem Zweck kann die OEE auch ohne „No Input“ und „No output“ berechnet werden, also die Effektivität rein auf die Anlage bezogen, unabhängig von der Linie. Wenn man die OEE Solitaire berechnet, nimmt man die Zeit der Linieneinschränkung (welche normalweise als Wartezeit angesehen wird) aus der Verfügbarkeit (so dass diese Wartezeit als ungeplante Zeit betrachtet wird) heraus.

Achtung: „No Input/Output“ darf nicht mit anderen Dingen wie beispielsweise „Kein Rohmaterial“ oder „Keine Verpackung“ verwechselt werden, da diese eine andere Bedeutung haben. Sie sind keine Linieneinschränkungen.

1.2.2 OEE Die OEE ist die Standardabgrenzung für ein Produktionsteam. Sie zeigt das Verhältnis zwischen dem theoretischen Maximum an Gutteilen während der Ladezeit und dem aktuellen Ausstoß an Gutteilen. Die Ladezeit kann geringer sein als die Betriebszeit, da die Anlage während der Betriebszeit ausgeplant sein kann, wodurch sich die Ladezeit verringert. Die Ladezeit ist folglich die Zeit, in welcher die Anlage theoretisch hätte laufen können.

Achtung: Unbeplant heißt im Prinzip: es gibt keine Aufträge. Rüsten, IH/GIH usw. sind immer Wartezeiten!

In Fällen, in welchen mehrere Produkte produziert wurden (sowohl sequentiell als auch parallel) wird der Leistungsteil der OEE als gewogener Durchschnitt zwischen mehreren erwarteten Output-Bereichen berechnet.

1.2.3 OEE Top Die OEE Top ist ähnlich wie die OEE, aber hier wird der Leistungsgrad berechnet auf Basis der auf dem Typenschild angegebenen Kapazität (‘Name Plate Capacity’) der Anlage oder die höchstmögliche Geschwindigkeit, unabhängig vom Produkt, das gefahren wird.

Man ignoriert also Einschränkungen bezüglich der Produkt-Maschine-Kombination. Dies wird genutzt, um bei einem ausgewählten Produktmix oder Produkt Zuteilung die Effektivitätsverluste zu erkennen.

1.2.4 Operations Effectivität Die Operations-Effektivität geht über die Grenzen des Produktionsteams (Wartung – Bediener – Ingenieur) hinaus. Sie beinhaltet die Laufzeit, in welcher die Anlage nicht für das Produktionsteam verfügbar ist oder das Unternehmensmanagement die Anlage nicht beplanen kann oder will. Beispiele sind [Keine Bestellungen], [Rechtliche Einschränkungen] wie Energieverträge oder vorgeschriebene Urlaube sowie Testläufe für F&E.

Operation Effectiveness
1.2.5 Asset Utilization Prozentsatz der kompletten (Kalender-)Zeit, in welcher die Anlage läuft.
1.2.6 Net Utilization (=TEEP – Gesamte effektive Anlagenproduktivi-
tät)
Die Netto Auslastung spiegelt das äußerste Verbesserungspotential wider: Sie ist das Verhältnis der kompletten (Kalender-)Zeit zur derzeitigen aktuellen effektive Produktionszeit (oder, wenn Sie so wollen, der theoretisch maximalen Menge von Gutteilen zum aktuellen Ausstoß an Gutteilen in dieser Zeit). In einigen Veröffentlichungen werden Sie ggf. eine gleichlautende Definition namens TEEP finden: Total Effective Equipment Performance.
1.2.7 Kapazitätsauslastung (=Bruttoauslastung) Die Kapazitätsauslastung gibt das Verhältnis zwischen der kompletten (Kalender-)Zeit und der Ladezeit wieder. Sie zeigt das versteckte Ablaufpotential auf, beispielsweise den Unterschied zwischen drei und vier Schichten.
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